Notstromversorgung
im privaten Haushalt
Sinnvoll oder überflüssig?
Stromausfälle in Deutschland
Stromausfälle sind selten in Deutschland. Laut Bundesnetzagentur müssen deutsche Haushalte im Schnitt weniger als 15 Minuten pro Jahr ohne Strom auskommen. Dass tatsächlich großflächig und für längere Zeit der Strom ausfällt – hier spricht man von einem „Blackout“ – kommt in der Realität so gut wie nie vor.
Warum also sollte man sich überhaupt damit beschäftigen?
In unserer hoch technisierten Welt haben wir uns in fast allen Lebensbereichen von einer zuverlässigen Stromversorgung abhängig gemacht. Mit sehr wenigen Ausnahmen sind sämtliche Prozesse, die unser tägliches Leben bestimmen, auf eine sichere Versorgung mit Elektrizität angewiesen. Wie sehr das auch für den eigenen, privaten Haushalt gilt, wird bei genauerem Hinsehen schnell deutlich: Nicht nur das Licht fällt aus, wenn das Stromnetz zusammenbricht, auch Heizung und Kühlschrank funktionieren nicht mehr.
Internetverbindung, Mobilfunknetz, Fernseher – Kommunikation nach außen wird beinahe unmöglich. Das gilt auch für den Notruf. Auch die Wasserversorgung und das Abwassersystem stellen nach einer gewissen Zeit die Arbeit ein – vielleicht das größte Problem in einer solchen Situation. Digitale Bezahlsysteme, Geldautomaten, Supermarktkassen – nichts arbeitet mehr, wenn kein Strom verfügbar ist. Selbst Benzin und Diesel sind nicht mehr zu bekommen, weil die Förderpumpen an den Tankstellen elektrisch betrieben werden. So wird der Ausfall einer einzigen Ressource schnell zu einer ausgewachsenen Krisensituation.
Szenario „Stromausfall“
Der Grund dafür, dass wir uns mit dem Szenario „Stromausfall“ befassen sollten, ist also nicht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er eintritt. Es sind vielmehr die dramatischen Folgen, die uns alle betreffen, wenn es doch passiert - sei es wegen eines großen Unwetters, wegen eines Cyber-Angriffes oder eines Terroranschlages auf das Stromnetz.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät in seinen Veröffentlichungen daher auch ausdrücklich dazu, sich für einen Stromausfall zu wappnen: Mit Taschenlampen, maßvoller Bevorratung (Lebensmittel, Wasser), alternativen Koch- und Heizgelegenheiten (Campingkocher, Holzofen), einem batteriebetriebenen Radio und einer Campingtoilette lässt sich ein Stromausfall bereits vergleichsweise entspannt überstehen. Insofern sollte diese Art der Vorbereitung auf jeden Fall am Anfang aller Überlegungen stehen. Nähere Informationen dazu findet man hier:
Wenn Sie diese Tipps konsequent beachten, müssen Sie sich wegen weniger Stunden oder einzelner Tage ohne Strom keine Sorgen machen.
Notstrom – welche Optionen gibt es?
Es kann verschiedene Gründe und Gelegenheiten geben, sich damit zu befassen, wie bei Stromausfall eine Notstromversorgung aussehen könnte. Vier Anlässe haben wir im Folgenden einmal ausgewählt:
Die Neuinstallation oder die Erweiterung einer Photovoltaik-Anlage ist geplant: Jetzt gilt es zu entscheiden, ob Wechselrichter und Speicher so eingerichtet werden sollen, dass bei Stromausfall ein sogenannter „Inselbetrieb“ möglich ist, der Strom aus den Solarmodulen und dem Solarspeicher also weiterhin im Haus nutzbar sind, wenn das Netz einmal ausfallen sollte. Eine solche technische Auslegung ist nämlich nicht immer automatisch integriert. Die verschiedenen Varianten von Not- oder Ersatzstromfähigen Solaranlagen sind unter den Ziffern 1, 2 und 3 erläutert. (siehe: Rund ums Haus)
Sie wollen auch unterwegs nicht auf eine eigene Stromversorgung verzichten, sind vielleicht regelmäßig mit dem Camper unterwegs oder haben einen Schrebergarten abseits des Stromnetzes? Dann kommt vielleicht eine mobile Lösung infrage, die sich im Notfall auch zu Hause nutzen lässt. Dafür finden Sie verschiedene Varianten unter 4, 5, 6 und 7. (siehe: Rund ums Haus)
Steht die Anschaffung eines neuen Autos an? Dann kann man bei der Auswahl eines geeigneten Modells darauf achten, inwiefern sich die Antriebsbatterie auch als Stromspeicher für andere Zwecke nutzen lässt. Sei es als mobile „Steckdose“ oder als Backup fürs ganze Haus. Hier entwickeln sich gerade ganz neue Möglichkeiten, die unter 8 und 9 näher erläutert werden. (siehe: Rund ums Haus)
Sie besitzen eine sehr große Immobilie oder einen Gewerbebetrieb, wollen tatsächlich auch für längere Zeit elektrisch vollkommen autark sein und scheuen weder Kosten noch Aufwand? Dann kommt vielleicht auch eine „große Lösung“ infrage. Hier gibt es klassische oder eher exotische Varianten, die unter 9, 10 und 11 beschrieben sind.
Bei den Systemen unter Punkt 1–8 (siehe: Rund ums Haus) muss man sich darüber im Klaren sein, dass es nicht darum geht, über einen längeren Zeitraum trotz Stromausfalls den Haushalt wie gewohnt weiter betreiben zu können. Große Verbraucher wie eine Wärmepumpe, ein Elektroherd, ein Wäschetrockner oder größere Werkzeugmaschinen überfordern diese Notfallsysteme in der Regel sehr schnell. Im Ernstfall sollte man sie daher vor allem nutzen, um wichtige, aber eher sparsame Verbraucher zu betreiben: Im Sommer sind dies z. B. Kühl- oder Gefrierschränke, um zu verhindern, dass Lebensmittel verderben. Auch um Mobiltelefone oder Notebooks aufzuladen, Beleuchtung zu betreiben, Router oder Fernseher nutzen – für solche Anwendungen eignen sich die meisten dieser Notstromsysteme gut. Manche Systeme lassen sich auch miteinander kombinieren.
Egal für welches System Sie sich entscheiden, beziehen Sie in Ihre Überlegungen auch stets Ihr Umfeld ein. Vielleicht können sie im Krisenfall auch anderen Menschen helfen, die weniger Möglichkeiten haben, vorzusorgen. Letztendlich geht es auch immer darum, im Notfall nicht sofort von Hilfs- und Rettungskräften abhängig zu sein. Die sind nämlich bei einer Notlage wie einem Blackout ohnehin bereits enorm belastet.
Rund ums Haus: Notstrom
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